Phage Therapy of Wound Infections
Übersichtsarbeit zur klinischen Anwendung der Phagentherapie bei akuten und chronischen Wundinfektionen.
Für Kliniken und Ärzte identifizieren wir geeignete Bakteriophagen und stellen individuelle Phagenpräparationen aus unserer eigenen Phagenbank bereit.
Bakteriophagen sind hochspezifische Viren, die gezielt krankheitsverursachende Bakterien infizieren und eliminieren. Sie wirken selektiv gegen den verursachenden Erreger, ohne menschliche Zellen oder die physiologische Mikrobiota zu beeinträchtigen. Für eine möglichst hohe klinische Relevanz setzen wir auf eigene, bei uns in Deutschland aufgebaute Phagenbank mit selbst isolierten, charakterisierten und kontinuierlich erweiterten Phagen.
Insbesondere bei schwer behandelbaren Wundinfektionen – vor allem, wenn multiresistente Erreger oder Biofilme eine Standardtherapie erschweren.
Patientenspezifische Bakteriophagen-Zubereitungen können in Deutschland als Rezepturarzneimittel hergestellt werden. Sie werden individuell auf Grundlage einer ärztlichen Verordnung angefertigt und unterliegen daher nicht dem regulären Zulassungsverfahren für industriell hergestellte Fertigarzneimittel.
Unsere Bakteriophagen-Zubereitungen werden indikationsbezogen und patientenspezifisch aus einer eigenen, in Deutschland aufgebauten Phagenbank zusammengestellt.
Die Herstellung erfolgt als magistrale Rezeptur in einer Apotheke auf ärztliche Verordnung. Die Abgabe an den Patienten erfolgt unter Einhaltung der geltenden arzneimittelrechtlichen Anforderungen.
Eine Einordnung als „compassionate use" ist nicht Voraussetzung für die Durchführung der Therapie, sondern vor allem relevant für die Kostenübernahme und die Einfuhr nicht zugelassener Arzneimittel.
Lebensbedrohliche Infektion oder drohende irreversible Schäden.
Antibiotika voraussichtlich ohne Erfolg oder keine gleich wirksamen zugelassenen Optionen.
Im Einzelfall festzulegen; infektiologische Mitbeurteilung empfohlen.
Kostenübernahme hängt von der jeweiligen Krankenkasse ab – in den meisten Fällen wird die Behandlung ganz oder teilweise übernommen.
Mithilfe unseres Partnerlabors identifizieren wir wirksame Phagen und stellen individualisierte Zubereitungen für Ihren Patienten her.
Unser Labor ist kein Leistungserbringer im Sinne einer medizinischen Behandlung, sondern ein spezialisiertes mikrobiologisches und biotechnologisches Fachlabor. Daher:
– Anwendung im Rahmen eines individuellen Heilversuchs
– Entscheidung ausschließlich durch den behandelnden Arzt
– Herstellung als patientenindividuelle Zubereitung über eine deutsche Apotheke
– keine Abgabe durch PhageP.
Sobald uns der Erregernachweis und die relevanten Befunde vorliegen, führen wir eine erste Machbarkeitsprüfung durch. Fällt diese positiv aus, wählen wir aus unserer eigenen Phagenbank gezielt passende Bakteriophagen aus und stellen diese in Süddeutschland her. Die Abgabe erfolgt dann als Magistralrezeptur in Zusammenarbeit mit einer deutschen Apotheke und ausschließlich auf Grundlage Ihrer ärztlichen Entscheidung.
Sie klären den Fall medizinisch ab, stellen die Indikation und nehmen Kontakt mit uns auf. Anschließend entnehmen Sie eine geeignete Probe aus der vermuteten Infektionsquelle und veranlassen die mikrobiologische Diagnostik.
Die Patientenprobe wird an Ihr klinikinternes Labor oder an unser Partnerlabor geschickt. Dort wird der bakterielle Erreger identifiziert und charakterisiert.
Auf Grundlage des mikrobiologischen Befundes identifizieren wir geeignete Phagenkandidaten und prüfen deren Wirksamkeit gegenüber dem isolierten Erreger. Anschließend wird eine individuelle Phagenzusammensetzung für Ihren Patienten vorbereitet.
Die patientenindividuelle Zubereitung erfolgt gemäß der geltenden arzneimittelrechtlichen Vorgaben. Das Phagenpräparat wird an Sie als behandelnden Arzt versendet. Anwendung, Dosierung und Therapiedauer liegen ausschließlich in Ihrer ärztlichen Verantwortung.
Sie begleiten die Anwendung fachärztlich und dokumentieren den Therapieverlauf. Die Beurteilung des Behandlungserfolgs, mögliche Anpassungen sowie die weitere Nachsorge erfolgen durch Sie als behandelnden Arzt.
Die Phagentherapie ist kein medizinisches Experiment, sondern ein individueller Heilversuch. Die Methode ist seit 1919 etabliert und wurde bis in die 1980er Jahre auch in Westeuropa routinemäßig eingesetzt. Hunderte publizierte Fallberichte belegen den therapeutischen Nutzen. Eine Ethikkommission kann klinikintern eingebunden werden, ist aber rechtlich nicht vorgeschrieben.
Nach bisheriger Evidenz gilt die Bakteriophagentherapie als sehr sicher. Mögliche Nebenwirkungen sind jedoch abhängig von Anwendung, Infektionsbild und individueller Reaktion.
Leichtes Fieber, Müdigkeit/Abgeschlagenheit, Kopfschmerzen sowie lokale Reaktionen bei Wunden.
Entzündungsreaktionen durch gleichzeitiges Absterben vieler Bakterien sowie Übelkeit oder Durchfall, vor allem bei oraler Gabe.
Bei intravenöser Gabe sind stärkere Immun- oder allergieähnliche Reaktionen möglich. Typische Langzeitnebenwirkungen sind bislang nicht bekannt.
Die konkrete Verträglichkeit hängt vom Einzelfall und der Applikationsform ab. Die Phagen-Auswahl und Anwendung erfolgt immer individuell.
Aktuelle Studien & Forschungsergebnisse
Übersichtsarbeit zur klinischen Anwendung der Phagentherapie bei akuten und chronischen Wundinfektionen.
Untersuchung zur topischen Anwendung von Bakteriophagen zur Behandlung von Wundinfektionen.
Analyse moderner Applikationsformen und Trägersysteme für Phagen in der Behandlung chronischer Wunden.